facetsoflaughter

Facets of Laughter
HD, 15min, D 2012

Es gibt kein richtiges Ausruhen im falschen. Vielleicht hilft ja eine Lachtherapie. Die Neue Gesellschaft für Bildenden Kunst in Berlin zeigt die Kunst zum Burnout-Gefühl

"Julia Lazarus' Video "Facets of Laughter" zeigt eine Gruppe bei der Lachtherapie. "Ho-ho - hahaha", machen sie, dazu wird pantomimisch auf Urlauberweise der Nächste gegrüßt. Hat man 10 Minuten zugeschaut, verwandelt sich die Szene in ein groteskes Stammritual zur Abwehr eines bösen zaubers. Fragt sich nur, wo der Hokuspokus beginnt. Bei der Überzeugung des Patienten, seine Erschöpfung sei nur noch im katastrophischen Bild der ausgebrannten Ruine zu fassen, oder bei den Angeboten der Seelenindustrie."
Frankfurter Allgemeine Zeitung


Ausgehend von einer Recherche am Prophylaxe-Zentrum der Berliner Charité hat Julia Lazarus verschiedene Methoden der Burnout-Vorsorge erprobt. In ihrer Videoarbeit fokussiert die Künstlerin auf eine spezielle Praxis: Das Hasya-Yoga („Lachyoga“). Stressbewältigung durch Humor. Während die Kamera den ausgelassen lachenden Kursteilnehmer_innen folgt, taucht die Frage auf, wie – in einer medial geprägten Kultur, in der wir umgeben sind von lächelnden Gesichtern – ausgerechnet das Gelächter zu einer aussterbenden sozialen Technik wurde, die wir heute in Kursen neu erlernen.

Julia Lazarus
ist Bildende Künstlerin und Filmemacherin. Ihre Arbeiten wurden auf zahlreichen internationalen Festivals und Ausstellungen gezeigt. Die Filme sind im Vertrieb bei sixpackfilm Wien und bei e-flux videorental Berlin/New York. 1992–98 studierte sie an der Universität der Künste, Berlin, 1995/96 am California Institute of the Arts, Los Angeles.

In der medizinischen Wissenschaft gilt lang anhaltender Stress als einer der Hauptauslöser für Burn-Out. Die Burnout-Prophylaxe konzentriert sich daher auf Methoden, mit denen Stressreaktionen des menschlichen Körpers reduziert werden können. Dafür werden den Seminarteilnehmern neue Verhaltensmuster für stressauslösende Situationen vermittelt, sie lernen solche Situationen anders zu interpretieren und sie erlernen einer Reihe Entspannungsmethoden, die sie in kurzen Arbeitspausen abrufen können.

Kritisch zu sehen ist, dass es meistens das Ziel der Burn-Out Prophylaxe ist, den Menschen in einer eigentlich unmenschlichen und sie überfordernden Arbeitswelt arbeitsfähig zu halten und nicht umgekehrt. Damit werden die Probleme an das Individuum abgegeben anstatt sie strukturell zu begreifen. Dennoch füllt der Coach auch eine Lücke aus und dies tut er sehr praxisorientiert. Bereits in der Antike haben sich die Philosophen und Propheten mit der Frage beschäftigt haben, wie der Mensch den unerreichbar scheinenden dauerhaften Zustand des Glücks erreichen kann. In der gegenwärtigen wissenschaftsorientierten Gesellschaft beschäftigt sich Mediziner und Psychologen mit derselben Fragestellung.

Nach dem neuesten Stand der Glücksforschung vermag ausgiebiges, intensives Lachen die stressbedingte Überbeanspruchung des vegetativen Nervensystems zu kompensieren, so dass sich eine durchgreifende emotionale und muskuläre Entspannung einstellen kann.

In seiner ursprünglichen Bedeutung ist Lachen Ausdruck einer naiven Lebensfreude, die keiner vernünftigen Begründung bedarf. Im Lachen offenbart sich die Lebendigkeit des Menschen in ihrer ursprünglichen Weise. Der lachende Mensch »lässt sich gehen«, denn er muss unweigerlich auf rationale Kontrolle verzichten. Dadurch erscheint er gerade jenen, die ihren Körper übermäßig kontrollieren, als potenziell bedrohlich.

Dank an Angela Mecking und die Teilnehmer des Lach-Yoga Kurses
www.lachen-verbindet.de

 

 





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